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Sperrmüll oder Meins meins!

Zum Sperrmüll zählen sperrige Einrichtungsgegenstände aus privaten Haushalten, die wegen ihrer Größe oder Beschaffenheit nicht in die zugelassenen Abfallbehälter passen und daher nicht mit dem Hausmüll in einer Mülltonne entsorgt werden können. Sperrmüll wird gesondert abtransportiert: laut Wikipedia

Sperrmüll, wenn man sich endlich von Omas alten Gartenstuhl trennt oder die kaputte Lampe Adios sagt. Der Wohnzimmerschrank einem Neuen weichen muss, dafür darf er nun am Straßenrand, meist über Nacht, stehen und warten. Ich liebe Sperrmüll. Fast mehr als Flohmärkte. Meisten fängt es schon 2 Tage vor dem Abholtermin an. Leute stellen ihren Schund raus, es entstehen oft Berge, weil jeder noch etwas dazu gibt.

Matratzen mit Flecken (  von der spießigen Dame hätte ich das aber nun echt nicht gedacht, das sie nachts im Bett Apfelsaft getrunken hat), verstaubte, völlig verdreckte Küchenschränke ( hätte man ja mal kurz rüber wischen können), Fahrräder voller Spinnenweben ( die sind aber nicht sportlich), Gartenmöbel, ungepflegt und völlig vermoost ( ne Portion Möbelpolitur, darüber hätte sich der Tisch zu Lebzeiten bestimmt gefreut), alte Blumentöpfe ( heil, aber ohne Blümchen) Spielzeug von Annodazumal, Weihnachtsdeko ( feiern die dieses Jahr nicht mehr?) , Betten, in allen Größen…..und ganz viel Müll.

Alte Gartenschläuche, undefinierbare Utensilien in allen Formen, verschieden Materialien, lange, kurze Rohre. Alte Gartengeräte. Stofftiere, die niemand mehr in den Arm nimmt. In Mengen. Wahnsinn. Wahnsinn ist, was vor Mehrfamilienmietshäusern rumliegt, wo ärmere leben. Das sind schon Berge, da können die Alpen einpacken. Möbel, die noch recht gut aussehen, aber der neue Kredit war wohl von den Konditionen so ansprechend, das ein neues Sofa her musste. Spielhäuser, Kinderwagen….Ebay-Kleinanzeige hätte Arbeit gehabt.

Schon in meiner Jugend bin ich mit einem Bekannten um die Häuser zu diesen Tagen gezogen. Der sammelte alte Grundig-Geräte. Heute hat er ein kleines Museum von seinen Schätzen. Ich fand es damals schon irre, was die Leute so alles auf die Straße stellen. Alles, teilweise sehr gut erhaltene Gegenstände, worüber sich andere Menschen sicherlich gefreut hätten.

Heute hat es aber niemand mehr nötig, sich gebrauchte Sachen zu holen. Bei den Angeboten der ganzen Banken und Kredithaien kein Wunder.

An diesen Tagen fahren ungewohnt viele große Lieferwagen im Schritttempo durch die Straßen. Viele aus dem Ostblock. Teilweise mit gemieteten Autos oder fremdländischen Nummernschild. Die Sperrmülljäger. Das geht den ganzen Tag so, auch am Folgetag wird alles noch mal abgefahren im Stundentakt. Eine ziemliche sportliche Aktivität. Sie springen aus den Wagen, flitzen wie die Irren auf den Haufen zu und dann sieht man nur noch 4,8,12 Hände, die wie wild an einem Gegenstand zerren. Äh, ja echt. Es wird wild geredet, immer lauter. Halt wild. Der Stärkere gewinnt dann einen tollen Gegenstand aus dem Haufen. Verrückt oder?

Auch ich war los. Vorgestern unbewusst. Auf der Hunderunde mit dem Teeniezwerg. Am Ende unserer Strecke, kurz bevor wir wieder umkehren, geht es in ein kleines Wohngebiet. Aus irgendeinen Grund sind wir diesmal dort lang gegangen. Und da stand er. Ein BIG Trecker für den Zwerg. Ok, etwas vermoost und eingesponnen ( das hat der Teeniezwerg noch nicht gesehen) , aber spieltüchtig. Ich habe sogar die Eigentümer gefragt, ob wir das gute Stück mitnehmen dürfen. Denn, es ist DIEBSTAHL einfach etwas mitzunehmen. Hätte die Polizei mal Lust etwas Action zu haben, dann könnten sie an diesen Tagen ganz ganz viele Diebstähle aufnehmen. Und das sogar mit  Erfolg, weil sie die Diebe ja gleich vor der Nase hätten!

So sind der Teeniezwerg und die Mama mit beiden Hunden an de Leine mit dem Trecker zurück gegangen. 30 Minuten über Huppel und Steinen, der Teeniezwerg fahrend auf dem Trecker, Mama durfte ziehen. Was war das für ein Spaß. Wir mussten übrigens auch etwas um den Trecker kämpfen, wir waren natürlich nicht alleine vor dem Haufen Sperrmüll, dafür aber die ersten und Schnellsten. Bätsch. Ihr Händler!

Heute ist dann der Tag der Abholung! Es fahren nur noch ganz vereinzelnd große Autos durch die Straßen……bis zum nächsten Termin.

Unsere Ausbeute: 1 Trecker, einen herzförmigen Blumentopf, ein Gecko mit ganz vielen bunten Steinchen, der jetzt bei uns im Garten ein neues Zuhause gefunden hat, eine kleine Felixtasche für den Fahrradlenker ( neu, sogar noch mit Schildchen dran) und eine zugeschweißte Tüte Spielgeld.

 

 

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30 Kommentare zu „Sperrmüll oder Meins meins!

  1. Unsere Nachbarn renovieren gerade und stellen praktisch jeden Tag altes Zeugs vor die Tür. Und meist verschwindet es (nur den Röhrenfernseher, den wollte keiner mehr haben) auch ohne Sperrmüll. Ich wusste nicht, dass es Diebstahl ist, wenn man’s mitnimmt – manchmal kann man den Eigentümer ja auch gar nicht fragen, zumindest habe ich das noch nicht getan. Unsere Nachbarn haben es bei den ersten Sachen, die sie rausgestellt haben, richtig gemacht – die haben einfach ein Schild dran gemacht: Zu Verschenken 🙂

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    1. Das ist ne gute Idee….Aber wenn jemand etwas mitnehmen will,der macht es auch ohne Schild. Wir stellen an solchen Tagen unsere 2-Räder alle weg…..Die gucken ja auch hinters Auto und im Carport….Alles schon erlebt😣

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  2. Ja das mit den Sperrmülljägern aus dem Ostblock kenne ich auch, die graben den ganzen Sperrmüllberg um. Suchen Altmetall – technische Geräte – und manchmal schneiden die auch nur die alten Stromkabel ab und der Rest schön verteilt auf der Gass. Aber auch wenn man den ‚Eigentümer‘ vorher fragt, sobald der alte Plunder auf der Straße steht gehört es der Stadt … also wäre es trotzdem ‚Diebstahl‘.
    Und wenn man schon im Sperrmüll stöbert, dann sollte man den Berg nicht umgraben und verteilen. Das könnte dann auch ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sein …

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  3. Das kenne ich auch noch aus Hamburg. Da wurde alles auseinandergerissen und auf der Strasse verteilt.
    In Dänemark gibt es mehr und mehr second-hand-Läden von Kirche, Rotem Kreuz, Blauem Kreuz, you name it. Viele kaufen dort ein, alles, von Möbeln zu Klamotten. Als wir in Kruså wohnten kamen sogar die Deutschen aus Flensburg und kauften dort ein.
    Aber einfach an die Strasse stellen geht nicht. Man muss seine Sachen selber auf den so genannten Wiederverwertungsplatz fahren.
    Die Sachen, die wir nicht mehr brauchen, spenden wir dem Blauen Kreuz, das geht zu einem guten Zweck, nämlich Hilfe für Kinder aus Alkoholikerfamilien. Und was wir brauchen kaufen wir auch dort. Die Leute die da arbeiten sind alles Freiwillige, auch die Möbelpacker.

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  4. Ich wollte den Sperrmüll gerne vermeiden und habe in den letzten Wochen auf verschiedenen Wegen, darunter auch kleinanzeigen im Internet versucht, zwei gut erhaltene Sofas zu verschenken unter der Bedingung, dass der Beschenkte sie abholt. Warum wir zwei mangelfreie Sofas zu verschenken hatten, ist eine andere Diskussion, man könnte sagen, weil ich die Diskussion halt verloren habe. Worauf ich aber hinaus will ist, dass es sich als sehr schwierig entpuppte, zwei gut erhaltene Sofas NICHT zum Sperrmüll zu geben. Nicht dass ich erwartet hatte, dass sofort einer laut HIER schreit, wenn ich alten Kram loswerden will, aber dass es so aufwändig würde, hatte ich nicht erwartet. Ich weiß jetzt aber erstmal wie viele Sozialkaufhäuser und Second-Hand-Läden es im Umkreis von 20 km gibt. Da ich davon ausgehe, dass die alle ausreichend Kundschaft habe, finde ich die Zahl erschreckend. Wenn ich betrachte, dass die meisten von ihnen im Rahmen von Projekten mit Behinderten gut erhaltene gebrauchte Möbel aufarbeiten, sind es ermutigend viele.

    Die Diebstahlsregel finde ich grundsätzlich auch bescheuert, da ich ja froh bin, wenn etwas noch Verwendung findet, statt in der Müllpresse zu landen. Richtig finde ich sie bei speziellen Fällen, wenn man darüber nachdenkt, dass da oft Rosinenpicker unterwegs sind. Bei uns in der Gegend scheint es ein Problem zu sein, dass z.B. von Kühlschränken gerne die Kompressoren rausgeklaut werden, die sich noch gut zu Geld machen lassen, die FCKWs aus der Kühlflüssigkeit suppen dann munter durch die Gegend, werden nicht ordentlich entsorgt, und die städtische Müllabfuhr steht mit dem Teil des Kühlschranks da, der wirklich keinen materiellen Wert mehr hat. Seit mir das beim Wertstoffhof mal jemand erklärt hat, kann ich zumindest ein klein wenig Sinn in der Regel sehen.

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  5. Das kenne ich auch. Ich wollte vor Jahren eine sehr sehr gut erhalten Sofagarnitur plus Sessel verschenken. Ich musste nachher den Leuten hinterher telefonieren…Wie kein Schlafsofa? ! Nein,das brauchen wir nicht. Es war zu verschenken. 2 Jahre zuvor haben es Oma und Opa von einer Freundin für über 2000 DM gekauft. …..Sie landete zum Schluss auf dem Sperrmüll. Leider hatte ich keinen Platz mehr,weil sie einem Schlafsofa weichen musste…..
    In dem Ort wo ich aufgewachsen bin,muss man sich einen Termin für Sperrmüll geben lassen. Dann wird schön säuberlich notiert,wieviel und was dort abgeholt werden soll…Klar gibt es immer wieder Nachbarn,die was dazu stellen….Haben es tatsächlich schon gehabt,das die Sperrmüllleute das dann auch stehen lassen haben….finde ich gar nicht verkehrt diese Regelung. Die Sachen werden dann soviel ich weiß, wenn sie gut erhalten sind,aufgemöbelt und günstig verkauft….

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  6. Oh ja, bei uns fahren auch viele Lieferwägen/ Autos durch, den Abend bevor der Sperrmüllabfuhr. Viel haben wir noch nicht ergattert, aber zweimal ein Kindermöbel für unsere Jüngste😊
    Dafür geht der Onkel meines Mannes regelmäßig durch die Straßen (er fährt kein Auto) und findet doch sehr interessante Sachen… u. a. auch bei Wohnungsauflösungen. So ist dieser Onkel unsere Fahrradlieferant geworden, was sehr praktisch ist, da diese alten, zustande gestellten Fahrräder nicht gestohlen werden.
    Freue mich über Deine Funde.
    Herzlich. Priska

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  7. Ich sitze hier und grinse über beide Ohren!
    Einfach herrlich dein Beitrag! Ich hab das Gefühl ich wäre mit euch die Straßen entlang gestromert….
    Einen Trecker (uvm.) zu finden…der auch noch spielfähig ist…großartig.
    Ganz viel Spaß…besonders, falls der Zwerg am Strand Trecker fahren will….hihihihihi
    Drück dich fest bis an die Förde
    Gabi

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    1. Guten morgen liebe Gabi….noch ist der Trecker leider etwas zu groß für ihn….Also zum Treten. Aber er hat ihn schon mit mir geschrubbt und durch den Garten gezogen. Ja…Es ist zu herrlich zur Sperrmülzeit…..Im Herbst geht’s hoffentlich weiter😊

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