Veröffentlicht in Allgemein, Familie, rücksicht, Toleranz

Nacktes Überleben „Blogparade“

Ein Experiment von Sat1, indem 3 Haushalte mitwirkten. Haushalt A 3 junge WGler um die 20 Jahre, 2 Männer und eine Junge Frau, Haushalt B ein Paar, 30 bis 43 Jahre jung und Haushalt C ein Mann um die Mitte 30. Sie alle sollen 30 Tage mit ganz wenig Sachen auskommen, lernen was wichtig im Leben ist und auf was man verzichten kann.  Muss gleich sagen, wir haben nicht den Anfang gesehen und auch nicht das Ende. Wir sahen nackte Menschen im TV, die schamhaft ihr bestes Stück versteckten, die bei Minusgraden mit Klopapier eingewickelt draussen rum liefen, das mussten wir sehen;)   Die erste Nacht wurde nackt auf dem kahlen Boden geschlafen, der komplette Inhalt der Wohnungen lagerten in einem Container, der ca 300m von den jeweiligen Wohnungen der Teilnehmer stand. Einer schlief auf Toilettenpapier, der andere in der Badewanne. Geschlafen hat diese erste Nacht wohl keiner gut. Nackt auf dem harten kalten Boden. Nachdem der erste Tag mehr oder weniger gut überstanden war, durften die Teilnehmer mit notdürftiger Selbstbekleidung ( Pappe, Klopapier, Folie, was gerade so griffbereit auf dem Weg zu dem Container war) in den Container, um sich ein wichtiges Teil zu holen. So ging es 30 Tage lang. Von Vorteil war es, das das Paar sich 2 Sachen aussuchen durfte, die WG sogar 3. Der einsame Mann nur 1 Teil. War schon witzig zu sehen, was wichtig für unterschiedliche Menschen ist. Das Paar holte sich gleich eine Matratze und eine Decke, der einsame Mann eine Bettdecke und die 3 WGler zogen sich gleich einen Joggingeinteiler an…..weiter ging es mit Schuhen, Klaomotten, Smartphone und TV. Sogar das Auto war schnell wieder da. Da waren die etwas älteren Teilnehmer schon etwas anders, wichtig waren da Klamotten, ein Radio, Tisch und Stühle, das Sofa ( da kein Bett ). Heute nacht lag ich dann mal wieder im Bettchen und grübelte, was mir wichtig wäre. Unter gleichen Bedingungen, wie es war Winter und 30 Tage. Mir wäre eine warme Decke schon recht wichtig, eine nette Unterlage auch. Da wäre so ein Sofa recht sinnvoll, man kann drauf schlafen und tagsüber sitzen. So wäre ich am 3. Tag schon recht gemütlich eingerichtet gewesen, halt nur nackt. Am 4. Tag würde ich mir dann auch meinen kuscheligen Einteiler ohne Ohren holen. 5. Tag meinen vollgepackten Ebook-Reader. Tag 6 Kaffeemaschine ( ich hoffe das irgendwo ein Becher rumsteht) , ok am 7. Tag meine Badezimmersachen, wie Zahnbürste und Co., wären ja nicht ganz so unwichtig. Bei denen gab es Kernseife im Vorfeld. Ihhhh. Das macht die Haare stumpf. Spätestens jetzt würde ich schon vom Nixtun fix und fertig sein. Aber ich wäre endlich mal wieder ausgeschlafen. Vielleicht sollte ich am 8. Tag mal den Zwerg und die Hunde aus dem Container holen!? Gehen wir mal davon aus, das meine komplette Familie gut behütet einen tollen Urlaub machen, damit ich mich 30 Tage zu Tode langweilen kann. Also, was brauche ich ? Socken und Unterwäsche. Ja. Ich mogel das mal als ein Teil mit in die Wohnung. Am 9. Tag würde ich mir meine Schuhe rausholen und einen Tag später am 10. Tag eine Jacke, so kann ich dann auch mal das Haus verlassen und die Natur geniessen. Da am 11. Tag mein Einteiler bestimmt nun auch für andere müffelt, muss die Waschmaschine wieder einziehen. Eigentlich wollte ich sämtliche Geräte, mit denen ich Kontakt zur Aussenwelt haben könnte, vermeiden, daher würde ich am 12. Tag nur ein Telefon mit nach oben nehmen. So kann ich meine Familie erzählen, wie toll es ist, mit NIX zu leben.Tag 13 kommen ein paar Zeichensachen wieder nach Hause, irgendwie muss der Tag ja genutzt werden. Da ich am 14. Tag wieder etwas menschlicher aussehen möchte, würde ich eine Hose holen, die ich so ja noch gar nicht tragen kann, da ich oben rum nackt wäre. So kommt dann am 15. Tag ein Hoodie mit. Ganz ehrlich, jetzt würde ich so langsam überlegen müssen…was braucht man/frau? Verkürzen wir das alles mal:

16. Tag ein Tisch, 17. Tag Stühle, 18. Tag ein paar Bücher, 19. Tag ein Bild, damit die Wände wieder etwas wohnhafter wirken. 20. Tag Wohnzimmerschrank, der so ganz kahl und leer, bestimmt ziemlich blöd aussieht. 21. Tag noch ein paar Bücher für den leeren Schrank. 22. Tag ein Teppich, wo am 23. Tag dann der Wohnzimmertisch rauf kann. Am 24. Tag kommt dann endlich unser Bett ins Schlafzimmer, das Sofa hat bestimmt schon einen Hängebauch.5 Dinge darf ich jetzt noch einziehen lassen. Ich gehe jetzt mal davon aus, das Besteck und Geschirr in der Küche stehen. Der 25. Tag beschert mir eine Stehlampe, damit es abends gemütlicher wirkt. 26. Tag ein Radio, damit es nicht mehr ganz so ruhig ist. So, und da mich das Radio jetzt so an den TV erinnert hat und die Ecke im Wohnzimmer sowas von leer aussieht, darf der jetzt auch am 27. Tag einziehen. Ja, nun ist es fast wie vorher:) Am 28. Tag hole ich mir mein altes Ibook, was nicht mehr ganz so top ist und auch nicht ins Inet kann, zu mir, damit ich für euch schon mal den Lageplan vorbereiten kann. Den 29. und 30. Tag hole ich mir nichts mehr, geniesse einfach das leere Haus, vielleicht schlaf ich noch mal eine Runde, lese und schreibe etwas. Schade, das am 31. Tag wieder alles voll ist, Sachen, die man nicht wirklich benötigt, stehen wieder an ihrem alten Platz und stauben ein. Natürlich freue ich mich auf meine Liebsten. Die ich nie und nimmer so lange missen möchte. Aber mal so ein paar Tage keine Pflichten, ach das wäre wohl auch langweilig. Ich geh mal davon aus, wenn man wirklich in so einer Situation steckt, in der mn nichts hat, vermisst man bestimmt relativ schnell Dinge, die einem auf einmal total wichtig erscheinen, die man aber vielleicht 1x im Jahr in der Hand hält. Sachen, die ich nicht missen möchte, wären alte Fotoalben, Erinnerungen, die man im Herzen hat, aber es doch immer wieder schön ist, sie zu sehen. Um heute zu überleben, wären Handy und PC wohl auch recht wichtig. Könnte mir aber auch ein Leben ohne Handy vorstellen können. Auf Internet möchte ich nicht mehr verzichten, irgendwie weiss man heute mehr, als zur Schulzeit, dank Tante Google;)

Was wäre euch wichtig zum Leben?  Auf was könntet ihr verzichten?

Wäre absoluter Minimalismus etwas für euch?

Gehen wir mal davon aus, das wir keine Kinder und Haustiere haben!

Ich bin gespannt!

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Autor:

wild beherrscht lieb kompliziert normal chaotisch anders meer liebend kreativ tätowiert mutter frauchen ehefrau geliebte freundin rabenmutter köchin photografin bullifahrerin exseglerin exaupair lebend erfrischend lustig sensibel ich

55 Kommentare zu „Nacktes Überleben „Blogparade“

  1. Ich würde versuchen, meinen Trekkingrucksack als 1 Teil zu deklarieren, natürlich inklusive Füllung. Der Rest wär dann erstmal nicht so wichtig^^
    Ansonsten würde ich wohl mit Decke und Matraze anfangen. Je nach Umständen. Körpertemperatur aufrecht erhalten und schlafen können ist schon wichtig.

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      1. öhm… nur ein paar kleinigkeiten: Schlafsack, Isomatte, Hängematte, Decke, Handtuch, 1xWechselkleidung, Kocher, Topf, Messer, Werkzeug, Verpflegung, Tarp, 30 Meter Seil, Kabelstrapse, Taschenlampe, Campinglaterne, Hundefutter, Nähzeug, Erste-Hilfe-Set,… das wars schon im wesentlichen 🙂 darf ich haben? 🙂

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      2. Ach, aber Verlass ist bei so dressierten Hunden ja auch nicht immer, was wäre wenn dein Rucksack woanders links den Berg wieder runter einen anderen Rucksack entdeckt!?…..Und du bist endlich nach Stunden oben angekommen:(…ne, ich würde ihn auch tragen festgesurrt auf meinem Rücken, besser ist!

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  2. Zahnbürste! Ohne die geht es gar nicht!
    Yogadecke. Yogamatte. Yogakissen. Kann man drauf sitzen, schlafen, liegen. Wie essen oder trinken die denn? Also, mich schaudert es schon bei dem Gedanken ein wenig. Ich hasse aber auch dieses Träller-Lied „Denn es lebt sich besser mit leichtem Gepäck“. Leider muss ich das Radio immer aus machen, wenn ich das höre. Geht mir total auf den Nerv, das Lied!

    Ich habe jahrelang bei den Pfadfindern gezeltet. Bin viel unterwegs gewesen, Wochenendbeziehung, immer aus dem Koffer gelebt, immer nur das Nötigste dabei. Ich habe insgesamt etwa 15 Jahre in diversen Ein-Zimmer-Wohnungen verbracht, ich weiß zielmich gut, was ich brauche – und ohne was es notfalls geht. Bei mir gab es immer zwei Bedingungen: Balkon. Und Badewanne. Und ich genieße den Luxus, den wir jetzt haben (Arbeiten, Wohnen und Schlafen NICHT in demselben Zimmer, EINE! VERNÜNFTIGE! KÜCHE!) sehr. Den Minimalusmus hatte ich lang genug. Ich beobachte aber, dass ältere Menschen, wenn sie z.B in ein Heim ziehen oder in betreutes Wohnen, sich auch wieder reduzieren, fast wie zu Studi-Zeiten. Kommt also früh genug.

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    1. Das stimmt, ich habe vor jedem Umzug Panik, das meine ganzen Kisten nicht mehr in das neue Reich passen…ich habe zuviel Kram, das weiss ich, sehe es aber nicht, weil es im Keller lagert und wartet, das ich mal ausmiste…..Kenne es auch, auf wenig Raum mit wenig auszukommen, war gar nicht schlecht…..

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      1. Ja, wir haben beide total viel Kram angehäuft. Aber da der Schatz alleine schon über 2000 bücher besitzt und sich nicht von einem einzigen trennen würde, sehe ich das gar nicht ein, warum ich ausmisten soll? Aber wir haben das Haus, in dem wir wohnen, ja auch gekauft, und haben nicht die Absicht, so schnell woanders hinzuziehen.

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    2. Mein Freund und ich haben auch ziemlich viele Jahre in 1-Raum-Wohnungen gewohnt (zusammen!) und es hat funktioniert. Nun sind wir trotzdem froh über die neue 3-Raum-Wohnung, aber wenn wir zuhause sind, sitzen und arbeiten wir immer noch im Wohnzimmer zusammen. Nur der Sport (Crosstrainer) wurde ausgelagert, und das Schlafzimmer natürlich. Viel mehr Dinge haben wir aber trotzdem nicht, nur besser verteilt. 🙂

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      1. Glaube mir, ich habe immer noch genug. Mindestens 1 x/Jahr rausche ich aber wenigstens durch meinen Kleiderschrank und miste aus. Hinterher fühle ich mich wie befreit. Aber irgendwie sind es immer noch mehr Klamotten, als ich theoretisch bräuchte …

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      2. Lach….Ja Klamotten sind auch ganz dramatisch. Hatte bis vor ein paar Jahren noch Klamotten aus meiner Jugend. Da habe ich auch noch recht lange reingepasst. Bis der Teeniezwerg kam. Hab sie dann noch ca 7 Jahre behalten,weil könnte ja irgendwann mal wieder passen . Ha. Ausser das sie mittlerweile ziemlich retro waren,passten sie natürlich nicht mehr…..😣

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      3. Hah! Unser Keller sieht definitiv nach Messie aus, entstammt aber nur der kompletten Überforderunge einer arbeitenden Mutter. Dafür sieht es in Wohnzimmer & Küche jetzt fast immer gut aus. Kinderzimmer und Arbeitszimmer, naja…

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      4. Ok…über den Keller sprachen wir nicht;)…das Schlimme ist, es ist alles MEINS! Mein Mann kam mit 1,5 Umzugskisten zu mir, nein nicht so ein großer, eher normal bis klein. Wir mussten bei unserem ersten Umzug einen kleinen Laster mieten…ja, alles meins:)

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      5. Im Keller liegt vorwiegend Zeugs von den Kids. Das ich mal irgendwann, bevor Besuch kam, Ikeataschenweise aus dem Kinderzimmer abgeschöpft habe, ohne, dass es irgendwem auffiel. Hin und wieder suche ich aber doch etwas da unten (zum Teil auch Dinge noch vom Umzug), so dass es dort aussieht wie Sau. Allerdings habe ich so hochtrabende Pläne wie doch noch mal ne Party dort feiern oder, wenn wir mal irgendwie zu Geld kommen, eine Sauna einbauen. Spätestens dann räume ich auf. Jetzt – bei dem Wetter! – ist erst mal der Garten dran, und der sieht auch aus, als habe eine Bombe eingeschlagen!

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      6. Aufräumen, nein Ausmisten nehme ich mir alle 2 Monate vor, aber dann gehts wieder nicht, die Hunde, der Zwerg und dann ruft auch noch der Strand. Es sind zig Flohmarktsachen dabei…aber ich bin etwas zu faul, das alles auszusortieren…..Aber bald ist ja wieder Flohmarkt…;)

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      7. Ja, genau, Flohmarkt ist auch so eine Sache. Und unsere Karnevalssachen. Da jedes Jahr für die Kinder und für mich ein neues Outfit dazu kommt, trägt das mit zum Chaos bei. Aber da habe ich jetzt sehr brav die Kostüme von diesem Jahr in einen Schrank gehängt, die anderen werden noch folgen. Ich habe auch mal überlegt, jeden Tag drei Dinge aus dem Keller hochzuholen und zu entscheiden, ob ich sie wegwerfe oder wo sie hinsollen, aber im Moment ist mir der Garten sehr viel wichtiger.

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  3. Wow so toll geschrieben! Und bei ein paar Dingen musste ich echt lachen 😀
    Witzig, was für unterschiedliche Dinge man persönlich für sein Leben benötigt!
    Aber gerade bei solchen Blogeinträgen wird mir mal wieder bewusst, wie gut wir es haben. Viele Menschen können nicht auf ein Bett oder eine Zahnbürste zurück greifen, aber nun gut das ist ein anderes Thema!

    Letztes Jahr als ich den Jakobsweg gelaufen bin, da musste ich mich auch ziemlich einschränken. Sonst immer mindestens 3 Koffer mit Sachen die ich im Urlaub wahrscheinlich nie anziehen werde und auf einmal muss alles in ein Rucksack passen. Und was soll ich sagen! Auch das funktioniert. Wenn man möchte, dann kann man auch minimalistisch leben und das sogar sehr gut!

    Früher hätte ich mir am ersten Tag wahrscheinlich mein Handy geholt, jetzt würde ich eher auf etwas bequemes zurück greifen, eben das wichtige was man brauch. Decke, Matratze und am dritten Tag ein Buch 😉

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    1. Aber es ist ,also für mich persönlich,nicht leicht zu wissen,was man benötigt. Also die Grundausstattung ist klar,aber dieses Gedönst,von dem man sich nicht trennen mag. Kann ja. Aber man will es nicht. Ab und an gibt es Tage,da bin ich voll entspannt und werfe Sachen weg. Jammer abends dann rum. …Bis mein Mann sagt,dann hole das wieder…..Bis jetzt hab ich es dann gelassen….Ach. Zum Glück muss ich mich nicht minimieren 😉😊

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