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Babybörse und wilde Mütter

Bei uns findet mindestens 6x im Jahr diese Art von Flohmarkt statt. Jeweils an drei verschiedenen Orten im Frühjahr und Herbst. Jedesmal freu ich mich drauf. Aber nur bis zum Einlass.  Eine Babybörse funktioniert folgendermaßen : der Verkäufer meldet sich dort an und bekommt eine Nummer. Die Anmeldung beginnt recht früh,meist zur letzten Börse. Wenn man dann seine Nummer bekommt,fängt es an. Frischgewaschene und gebügelte Kleidung werden mit kleinen Zettelchen versehen. Dort steht der Preis und die Nummer drauf, befestigt an einem kleinen Band oder ähnlichem. Auf Büchern,Schuhen,Spielzeug und anderen tollen Sachen auch. Teilweise mit Erklärung,was man da kaufen kann und Größe. Wenn man dann nach Wochen endlich fertig ist,werden die Sachen ein zwei Tage vorher zum Veranstaltungsort gebracht,um dort von vielen Helfern/innen ordentlich auf großen Tischen, Regalen und Ständern zu verteilen. Schön nach Größen oder Themen sortiert. Jeder Teilnehmer wird natürlich registriert,damit er später abzüglich einer Provision seine Einnahmen erhält. So ist der Verkäufer erst mal fertig. Nun beginnt der große Kampf der Käufer. Schlange stehen,viel Geduld dabei haben und natürlich eine riesengroße Tasche im Gepäck. Portemonnaie ist ein Muss. Die heutige Börse fand in einem Autohandel statt. Alle Autos mussten den warmen und trockenen Ausstellungsraum verlassen und vielen Tischen Platz machen. Draußen gab’s dann einen Streichelzoo,Kaffee und Kuchen, Eis für die Kids,Auto angucken für die Väter,ein Krankenwagen zum Bestaunen und Anfassen und eine Tombola mit tollen Gewinnen. Aber erst mal steht man in der Schlange, lange. Schwangere dürfen schon vorher rein. Ich war am überlegen,ob ich meinen Bauch nicht etwas mehr rausstrecken sollte. So hätte ich eine Stunde unter Schwangeren wühlen können. Aber man kennt sich und wie soll ich denen beim nächsten Mal erklären,daß ich immer noch schwanger bin? Also,wie alle anderen warten. Lange warten. Um Punkt halb 10 deutscher Zeit, ging dann für alle nicht schwangeren die Tür auf. Nun muss man versuchen in der Spur zu bleiben und sich nicht wegdrängeln lassen. Eng wird es an der Tür. Da muss man aufpassen,daß man nicht zur Seite geschoben wird und mit dem Gesicht in der Glasscheiben landet. Aber es ging alles gut. Ich war drin. Nach dem 3.Mal,weiß man so ungefähr, wo was zu finden ist. Schuhe. Wau . Glück gehabt. Genau die suchte ich. Ab in die große Tasche. Nun weiter zu den Klamotten. 3. Reihe. Nase sitzt irgendwo bei der Vorderfrau in der Achselhöhle. Das bringt Spaß. Und bei der gesammelten Wärme im Raum sehr angenehm. Endlich bin ich schon in der 2. Reihe. Man muss schon sehr standhaft seine Position verteidigen. Es wird geschubbst und gedrängelt .  Nirgendwo anders hört man so oft“sorry“,wie hier. Bin endlich direkt vor dem Haufen angekommen. Shit. Größe 92. Ich muss doch zu 98/104. Diesmal kämpfe ich mich längsseits am Tisch entlang. Ohne Rücksicht. Anders habe ich keine Chance.  Erbeutet habe ich 2 dicke Pulli und ein Langarmshirt. Die sehen nach Jungs aus. Der Rest ist fast alles nur rosa. Nun musste ich aber auch wieder von dem Wühl-und Krappeltisch weg kommen in Richtung Spielzeug und Bücher. Schön gegen den Strom. Angekommen reisst mir doch gleich eine liebe Mama ein Buch aus der Hand. Schließlich hätte sie es schon vorher gesehen. Und somit gehört ihr es. Ich sehe vor meinen Augen,wie ich ihr die Haare rausreisse. Sie mir eine Ohrfeigen verpasst und wir uns einen wilde Schlacht liefern. Mitten drin. Ich überlasse es ihr. Vor meinen Augen hätte ich eh dem Kampf gewonnen,dann soll sie doch das Buch nehmen und ihr Loch von den fehlendem Haarbüschel damit verdecken. Ich lächelte sie nur an. Was ich so vor Augen hatte,sah sie ja nicht. Fröhlich suchte ich nach einem anderen Buch. Fand aber keins was mir zu sagte und somit ging es dann noch zu dem Spielzeug. Um ehrlich zu sein,hatte ich keine richtige Lust mehr zu gucken,dieses Gedrängel und Geschubbse, komisch riechende Achselhöhlen,sperrige Kinderwagen und noch sperrigere Mütter und Väter,die mitten im Gang ausdiskutieren müssen,was denn heute nachmittag auf dem Zettel steht. Schlange stehen,um ein überteuertes Tshirt zu ergattern und hässliche blaue Flecken an den Beinen zu bekommen. Von den Füßen will ich erst gar nichts sagen. Fix und foxi machte ich mich dann zur Kasse. Ganze 22 min musste ich stehen und warten. Dann war ich endlich wieder draussen. Schnell noch fünf Lose gekauft und meine drei Gewinne abgeholt. Eine Tierzeitung,eine Freikarte für Kinder von unserem Zoo und irgendein Türstopper,den kein Mensch braucht. Es hat mal wieder voll Spaß  gebracht. Für die kleine heutige Ausbeute. Verschwitzt bin ich nach Hause geradelt in die Arme meines Mannes. So konnte er jedenfalls nasal meine Erlebnis nach voll ziehen. Nächsten Sonntag ist die nächste Börse. Schließlich brauchen wir noch eine dicke Winterjacke und ….ach,ich werde mit Sicherheit was finden. Aber erstmal muss ich mich erholen.

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Autor:

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6 Kommentare zu „Babybörse und wilde Mütter

  1. Kenn ich. Ich liebe unseren Kita-Basar. Gottlob zähle ich zu den Helfern und darf daher vorab shoppen – am Vorabend schon mal sehr entspannt abräumen. Und das ein oder andere Filetstück wandert schon beim Sortieren in die große Tasche. Das war nicht nur bei mir so.

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    1. …daran habe ich auch schon geliebtäugelt…..wollte schon am Vorabend, als die Damen sehr beschäftigt mit dem Einräumen waren, ganz frech rein gehen und mir ein paar Sachen bunkern….mir fiel nur keine überzeugende Idee ein….

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